Montag, 25. August 2014

Der ganz normale Alltag.....

hat wieder begonnen! Die I Dötzchen sind in der Schule, erstaunlich selbstbewusste Kinder diesmal, und die ruhige und ausgeglichene Ferienstimmung ist dem normalen Ablauf gewichen. Jetzt heißt es, wieder Routine zu gewinnen und Strategien zum Umgang mit jedem einzelnen Kind zu entwickeln. Soll ihnen ja auch gut gehen bei uns!

Nichts desto trotz werkele ich gerade an meiner zweiten Tilda! Diesmal wird es eine irische Prinzessin, glaube ich! Mit ihrem roten Haar und dem dunkelgrünen Unterkleid könnte man das fast meinen! Noch fehlt Vieles, was soll die Gute mit nur einem Bein?

...sieht aus wie ein Alien :) ...

 

 

Aber leider geht es doch nicht ganz so schnell!

Außerdem konnte ich es nicht lassen und habe angefangen, ein schönes Tuch nach der Anleitung von Beerentöne zu stricken. Bin ja mal gespannt. Sobald es was zu zeigen gibt, zeige ich es!!!

Naja, so geht das nun immer weiter, irgendwie ist gefühlt zur Zeit immer Montag!!!! Kennt ihr das???

Sonntag, 10. August 2014

Endlich.....

.. ist sie fertig. Meine erste, selbst gehäkelte Tilda! Noch nicht ganz perfekt, aber schon zieeemlich gut finde ich!




Hier noch etwas ungeduldig, weil ich mit der Kleidungsanfertigung nicht nachkam...man sieht ihr an, dass sie ein wenig genervt ist....



 
.... aber hier nun richtig in Schale geschmissen und ausgehfein, aber zuerst......

 
...muss sie noch ein wenig für mich posieren, schließlich hatte ich die ganze Arbeit mit ihr.....

 
zu guter Letzt ein Foto auf dem Sessel, zu mehr ist die Gute heute nicht zu bewegen.
Scherz beiseite, ich freue mich sehr, dass ich es hinbekommen habe! Und wenn auch noch nicht jede Masche perfekt sitzt oder das Kleid noch nicht so ganz meinen Vorstellungen entspricht, Übung macht den Meister und es wird sicherlich nicht meine letzte Tilda sein!!!
 




Natur pur!

Natur pur! Unter diesem Motto steht die Ferienbetreuung in unserer Schule diesen Sommer! Und was haben wir nicht alles schon erlebt in den letzten zwei Wochen! Da war der Besuch im Naturkundemuseum, und fast jeden Tag geht es, gut gerüstet, hinaus in die Natur. Man soll es nicht meinen, aber wir hier in Aachens Peripherie sind mit einem dichten Waldgebiet, dem Wurmtal, gesegnet! Und so brauchen wir mit den Kids nur einige Meter gehen, und schon sind wir im grünen Blättergewimmel verschwunden.

Warum schreibe ich darüber auf meinem persönlichen Blog? Weil es mir eine große Freude ist zu sehen, wie unsere Schulkinder, von denen nicht wenige das Leben in der Natur kaum noch kennen, im Wald aufblühen und Dinge kennen lernen, die sie sonst nie vermisst hätten.




Sei es aus der schwierigen Situation zu Hause heraus, oder sei es einfach durch Gleichgültigkeit, die meisten Eltern sind nicht mehr darum bemüht, ihren Kindern das Leben in und mit der Natur nahe zu bringen. Viele haben selbst nichts darüber gelernt, und die Generation, die jetzt erzogen werden muss, ist erschreckend unwissend bezüglich allem, was die Grundvoraussetzungen unseres Lebens ausmacht....

Die Kinder staunten mit weit aufgerissenen Augen über so Manches, was der predigitalen Generation noch ganz geläufig ist. Ein Hornissennest? In einem Baumstamm? Man darf die einfach nur beobachten und muss nicht wegrennen, geschweige denn etwas zu ihrer Vernichtung unternehmen? Eine Spinne anfassen? Dreckig machen? Mal fünf Minuten still schweigen und einfach dem Wald mit seinen vielen Geräuschen zuhören?


Manches war einfach nur traurig..... keines der 20 Kinder war in der Lage, verschiedene Waldgeräusche auszumachen. Das Einzige, was sie hörten, war ein Zug, der im Hintergrund vorbeiratterte, und ein Flugzeug, dass über den Wald hinwegflog. Keiner erwähnte den Vogelgesang, das Rascheln der Bäume, das Knacken der Äste....
Am Blattwerk schnuppern, einen Baum umfassen und die Rinde erspüren, Erde durch die Finger gleiten lassen und sich ins warme Gras legen... laaaangweilig!!! Und dann auch noch zuhören müssen, wie die Pflanze vom Samenkorn zum Baum wird der wiederum Früchte gibt... wen interessiert's, wir kaufen unsere Früchte im Supermarkt!
Kein Scherz, solche Antworten kamen auch. 

Aber es gab auch Hoffnungsschimmer. Durch das beharrliche durchziehen der Thematik wurden die Kinder nach und nach doch darauf eingestimmt und konnten sich jeden Tag ein bisschen besser darauf einlassen. Manchmal muss man eben doch zum Glück zwingen. Liebevoll natürlich.

Und sie fingen an, Gefallen an den Dingen zu finden, die wir mit ihnen unternommen haben! Wir bauten ein Tipi im Wald, sie kletterten auf dreckige, schlammige Erdwälle und machten sich bewusst schmutzig. Wir suchten mit speziellen Aquaskopen Leben im Wasser und fingen, nur kurz und nur zur Beobachtung, in Käferlupen Insekten.( Nicht wenige Kinder hatten den Impuls, auf die Spinnen und Käferchen draufzutreten oder zu schlagen."Das ist doch Ungeziefer!") Das Herumklettern auf einem großen, alten, umgestürzten Baum hätten wir stundenlang machen können und das Suchen und Verstecken von Gegenständen im Wald auch. Beim Picknick hörten die müden Krieger uns dann endlich auch mal zu und wir konnten einige Dinge kindgerecht vermitteln.

Wir sammelten Holz und Pflanzen und schleppten es in großen Tüten in die Schule. Das Holz wurde sortiert und die Kinder durften sich im Schnitzen und Floßbauen üben. Die Pflanzen wurden gepresst und mittels großer, alter, wunderschöner Botanik Bücher bestimmt und dann aufgeklebt.



Wir spürten dem Weg der Wolle vom Schaf bis zum verwertbaren Produkt nach und filzten uns niedliche Bücherwürmer als Lesezeichen! Zu sehen, wie Etwas unter den eigenen Händen entsteht, eine Dekoration oder ein Spielzeug aus Holz, ein nützliches Teil aus Filz, das ist ganz, ganz wichtig.



Man könnte jetzt sagen: Erschreckend, wie wenig die Augen/ Körperkoordination bei den meisten Kindern entwickelt ist, erschreckend, wie bequem und bewegungsfaul viele von ihnen schon sind. Aber ich habe mir vorgenommen, positiv an die Sache heranzugehen:

Wunderbar zu sehen, dass auch die Bewegungsmuffel Spaß am Wirken in der freien Natur bekommen können. Gut zu wissen, dass man die meisten Kinder nach und nach noch für Etwas begeistern kann, und zwar so sehr, dass die Worte Handy und Tablet so gut wie gar nicht mehr fallen. Tröstlich zu spüren, dass der Wunsch nach echtem Leben jenseits der Couch und der Beschäftigungselektronik nicht weg, sondern nur verschüttet ist!



So viel Spaß, sonnige Tage, angefüllt mit Freude, Aktivität und Leben! Und das Beste: Alles ist umsonst! Es kostet nichts! Die Kinder können den ganzen Tag lang rumlaufen und toben und fallen abends müde ins Bett! Das ist etwas anderes als ein mit digitalen Bildern überladener Kopf, der zu einem steifgesessenen Körper gehört, welcher wohlmöglich mit zu viel Süßem und Ungesundem noch zusätzlich aufgeputscht wurde.....

Digitale Spiele an sich können wertvoll sein. Bei Manchen lernt man viel. Aber die Zeit hierzu sollte doch sehr begrenzt gehalten werden. Und ein gut getakteter Wochenplan, wie ihn viele der Kleinen schon haben, ist sicherlich sinnvoll, wenn man Manager ist, aber Kinder brauchen Zeit zum Leben, zum Träumen, zum "Einfachnursein", Zeit für die Kreativität und Zeit für sich selbst! Keine Angst, liebe Eltern, dies wirft sie im Wettbewerb nicht zurück, es bringt sie ein gutes Stück voran! Denn die geistigen und körperlichen Fertigkeiten, die so erworben werden, sind grundlegend für ein erfolgreiches Leben!